Die Orgeln Klangzeugen zwischen Barock und Romantik

Vater und Sohn Herbrig haben im Raum Pirna, Sebnitz, Dresden Land, Bischofswerda und Bautzen vor allem in Dorfkirchen 20 Orgelneubauten erstellt. 10 Instrumente und zwei Gehäuse blieben erhalten. (Baujahre in Klammern)
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Stand
08/2010

Die Herbrig-Orgeln in Sohland (1824, II/22); Burkau (1834, I/?); Pohla* (1839, I/10); Hohnstein (1838/40, II/23); Schönfeld (1841, II/20); Schmölln (1843, I/?); Putzkau (1846, I/14); Stürza* (1850, II/18) und Seeligstadt (1855, I/11) wurden umgebaut oder durch neue ersetzt. (L1,L2)
*) Herbrig-Gehäuse noch vorhanden     → Bilder

Zu Schönfeld: In keiner der heute vorhandenen Schönfelder Akten sind die Namen der Erbauer der 1841er-Orgel genannt. Das Archiv der Landeskirche Dresden ist 1945 verbrannt. Ein 2010 in Stürza entdecktes Dokument klärt das nun wieder auf. Der Stürzaer Pfarrer J. F. Geißler schreibt im Februar 1846, dass man den Orgelneubau in Stürza "[...]Wilhelm Leberecht Herbrig aus Langenwolmsdorf überlasse, weil derselbe in Verbindung mit seinem Vater bereits eine nicht unbedeutende Anzahl von Orgeln [...] gebaut hat, unter andern die Orgeln in Hohnstein, DorfWehlen, Eschdorf und Schönfeld.[...]"

Reparaturen und Umbauten
  • Silbermann-Orgel in Crostau (1808)
  • Orgel in Ulbersdorf (1815)
  • Abraham-Strobach-Orgel in Elstra (1838)
  • Silbermann-Orgel in Dittersbach (1839)
In Dittersbach sei es eine durchgreifende Reparatur gewesen, wie Fritz Oehme in seinem Orgelhandbuch von 1889 vermerkte, jedoch mit der Einschränkung "nicht zum Vorteil des Werkes", was heute zweifellos als ein Fehlurteil betrachtet werden muss. Es sind Herbrig jedenfalls keine Veränderungen an dieser Silbermann-Orgel nachzuweisen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat er sich auf unbedingt notwendige Maßnahmen beschränkt, wodurch die Orgel vor willkürlichen Eingriffen bewahrt blieb. Sein Handeln war demnach von Verantwortungsbewusstsein und Achtung vor dem Silbermannschen Erbe getragen. (L3)

  • großer Umbau der unbrauchbar gewordenen Orgel in Lichtenhain (1818, II/19)
  • großer Umbau der unbrauchbar gewordenen Andreas-Tamitius-Orgel von St. Peter und Paul in Göda (1833)
  • Umbau der Tobias-Weller-Orgel im Bautzner Dom (1835)
  • Reparatur und Umbau (?) der Trampeli-Orgel in Großharthau (1840)
  • Umbau des vorhandenen Positivs mit der Weißenberger Orgel zu einem Werk in Kotitz (1859)
  • erfolglose Bewerbung um einen Neubau für die Kamenzer Klosterkirche (1848) (L1,2)


Wohn- und Wirkungsstätten der Herbrigs

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Die 3 Gesichter der Herbrig-Orgeln
Bei vergleichenden Betrachtungen gibt es drei Prospekttypen in drei Schaffensperioden:
Periode 1 | 1818-1834 | Vater  → Der Sonderfall Dorf Wehlen
Periode 2 | 1838-1843 | Vater und Sohn
Periode 3 | 1844-1861 | Sohn
Immer finden sich in 5 Achsen flächig angeordnete Prospektpfeifen.
Für die Periode 2 sind die kleinen Satteldächer mit leichtem Überstand als oberer Abschluß aller Gehäusesäulen sowie die vier Spitzbogenfenster in den schmalen Zwischenachsen typisch.
In Periode 3 werden die Gehäuse kastenförmig. Zwei horizontal umlaufende Profilsimse begrenzen das Obergehäuse nach oben und unten. Die Gehäusepfeiler haben einfache Basen und Kapitelle. Die Prospektpfeifen stehen in Rundbogenfenstern.

Die Gesichter der Orgeln

→ Veröffentlichungen

    Bilder bei WIKIPEDIA

  → Christian Gottfried Herbrig (Werkliste)


  → Wilhelm Leberecht Herbrig (Werkliste)

→ Die Untergehäuse - vergleichende Betrachtungen